Das Geheimnis von Askir 5 - Die Feuerinseln by Richard Schwartz

Das Geheimnis von Askir 5 - Die Feuerinseln by Richard Schwartz

Author:Richard Schwartz [Schwartz, Richard]
Language: deu
Format: epub
Published: 2011-09-14T14:58:02+00:00


So weise Boron auch war, schien es mir, als ob er schlichtweg die Möglichkeit übersehen hätte, dass Menschen auf die Idee kommen könnten, andere als Besitz anzusehen.

Borons Priester argumentierten, dass es aus dem Gesamten zu erkennen wäre, andere wiederum beriefen sich darauf, dass es nicht ausdrücklich verboten worden war.

Das Schicksal der Prinzessin Marinae trug vielleicht dazu bei, diesen elendigen Handel in Gasalabad weiter einzuschränken, doch in den anderen Emiraten war mit menschlichem Vieh noch immer gutes Gold zu verdienen.

Ich sah zu, wie der Mann von seinen Ketten befreit und ihm vom Schmied ein kupfernes Halsband angelegt wurde. Der Sklave kniete sich ohne Widerstand, aber mit angsterfüllten Augen vor dem Amboss nieder, ein kupferner Stift wurde kalt in die Ösen des Halsbands eingeführt, und der schwere Hammer fuhr hernieder… und traf den Stift genau, ohne den Hals des Mannes zu berühren. Die Blutspritzer um den Amboss herum verrieten, dass es nicht immer so ablief.

Erleichtert stand der Sklave auf, ging die Stufen hinab und kniete sich neben die Frau, neben der schon zwei weitere Sklaven knieten, einer davon ein junges Mädchen. In einer Art großem Leiterwagen hinter ihr lag ein anderer Unglücklicher.

Dieser trug ein massives Band aus Eisen um Hals, Hand und Fußgelenke, mit Ketten dazwischen; üble Verbrennungen zeigten, dass sie ihm heiß angelegt worden waren. Das Mädchen, das ergeben neben der Sklavenhändlerin kniete, trug eines dieser leichten Silberbänder um den Hals und zeigte keine Anzeichen von Misshandlung, der andere im Wagen war so hart gegeißelt worden, dass es mir nicht sicher schien, ob er überleben würde.

Damit der neue Besitz nicht auf falsche Ideen kam, wurde die Händlerin von vier kräftigen Männern begleitet, die sowohl lederumwickelte Knüppel als auch gezackte Eisenkeulen an den Gürteln trugen. Einer von ihnen hatte einen Bart, der ihm fast bis an den Bauchnabel ging, und lange fettige Haare, in denen er sich unentwegt kratzte.

Grob kannte ich die Bedeutung der Bänder. Silber stand für den Leib, Kupfer für das Haus und Eisen für das Land und die härtesten Arbeiten. Es gab auch goldene Bänder, aber man sah sie selten, und noch seltener standen solche Sklaven zum Verkauf. Ihr Sinn erschloss sich mir kaum, denn wenn es bedeutete, dass man den Sklaven als Teil der Familie ansah, warum dann nicht das Band ganz entfernen?

Einen Moment lang war die Plattform leer, ich dachte schon, die Versteigerung wäre vorbei, doch das Geraune der Leute nahm eher zu, als würden sie mit Spannung etwas erwarten.

So war es auch, denn offenbar kam der Höhepunkt der Versteigerung erst jetzt. Vier Männer traten aus dem Zelt des Sklavenhändlers und trugen einen mit altem Segeltuch verhüllten Käfig hoch zur Plattform.

Der bleiche Mann verlor seine nachlässige Miene, auch er sah gespannt hoch, die Sklavenhändlerin ließ sich von einem ihrer Männer den Inhalt einer kleinen schwarzen Kiste zeigen.

Ich sah Gold darin funkeln, sie nickte, auch wenn ich Zweifel in ihrer Miene bemerkte. Die beiden anderen Sklavenhändler schauten eher etwas missmutig drein.

Der fettleibige Verkäufer watschelte auf die Plattform, stand nun vor dem verhüllten Käfig, wischte sich den Schweiß von der Stirn und hob nach Aufmerksamkeit heischend die Hände.



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